Wochenendausflug Isadou

Letzte Woche Freitag wurde Phagwa gefeiert (in Deutschland in den letzten Jahren eher bekannt als Holi). Da in Surinam jede Bevölkerungsgruppe irgendwie berücksichtigt werden muss, gibt es hier eine ganze Menge Feiertage. Phagwa ist einer davon. Für mich ist zwar jedes Wochenende langes Wochenende, weil ich nur vier Tage arbeite, aber der ordentlich arbeitende Surinamer nutzt natürlich das lange Wochenende aus. Daher fragte mich eine Kollegin drei Tage vorher spontan nach meinen Plänen fürs Wochenende. Ich hatte keine und bekam das Angebot mit ihr, einer Niederländerin und noch anderen Leuten ins Inland zu fahren, an. Da ich natürlich sowieso mal ins Inland wollte bot sich das an, unter anderem weil es super günstig war!

Freitag früh ging es dann direkt los. Wir waren eine Gruppe von 15 Leuten. Da der Ausflug von einigen Feuerwehrmännern organisiert wurde, fuhren wir mit einem Bus der Feuerwehr. Nach fast vier Stunden mit einigen Stopps zum Kaufen von Verpflegung, kamen wir in Atjoni an. In Atjoni hört die Straße auf. Weiter südlich kann man in Surinam mit dem Auto nicht fahren. Immerhin ist seit einigen Jahren die Straße asphaltiert früher war es einfach nur eine Schotterpiste, die nicht immer befahrbar war. Also mussten wir dort in einen typischen Korjaal umsteigen und über den Suriname Fluss fahren. Die Fahrt zu der Unterkunft Isadou dauerte etwa eine dreiviertel Stunde. Wir hatten Glück und kamen trocken an. Eine halbe Stunde später kam die nächste Gruppe klatschnass an, sie wurden kurz vor der Ankunft von einem heftigen Regenschauer erwischt.

Isadou ist ein Ferienort auf einer Insel gegenüber des saramaccanischen Dorfes Jaw Jaw. Wir kamen in Hütten mit zwei bis vier Betten, einer Dusche und einem WC unter. Außerdem hatten wir für die Gruppe einen überdachten Bereich mit Kochmöglichkeiten. Diese Kochmöglichkeiten wurden am Wochenende ausschließlich von den Feuerwehrmännern genutzt. Sie waren praktisch den ganzen Tag mit Kochen beschäftigt und haben sogar den Abwasch gemacht. Alle anderen konnten sich erholen. Das haben wir dann auch gemacht. Wenn wir nicht einfach nur da saßen und die Natur bewundert haben, haben wir Mensch-ärger-dich-nicht gespielt, geschwätzt oder im Fluss gebadet. Bei Isadou liegen viele große Steine im Wasser wodurch Stromschnellen entstehen. Dort konnte man sich perfekt auf die Steine setzen und vom Wasser umwirbeln lassen. Viel besser als jeder Whirlpool.

Zur Abwechslung haben wir Samstag noch einen Ausflug in ein saramaccanisches Dorf gemacht, das noch etwas weiter flussaufwärts lag. Das Dorf bestand hauptsächlich aus Holz- oder Wellblechhütten. Es gab nur einzelne Häuser aus Stein. Ansonsten gab es aber dort fast alles, was man zum Leben so braucht: eine Bäckerei, einen Friseur und einen kleinen Laden. Strom gibt es nur selten, daher hatten viele Sonnenpanele vor der Tür stehen, um so ihre elektronischen Geräte aufladen zu können.

Das Wochenende war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und ich werde bestimmt nochmal einen Trip ins Inland machen. Da gibt es bestimmt noch viel zu erleben.

 

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