Arbeit, Arbeit, Arbeit

Da berichte ich euch die ganze Zeit von allen Ausflügen, die ich so mache, dabei bin ich ja unter dem Vorwand hierher gekommen, Freiwilligenarbeit zu machen. Also zurück zu dem, was ich vier Tage die Woche so mache.

Ich fange morgens jetzt immer schon um sieben Uhr an. Da muss ich zwar echt früh aufstehen, dafür kann ich mittags aber auch früher nach Hause gehen. Ich fahre dann immer erst mit einem der Busse mit, die die Kinder abholen, die in die Tagesgruppe gehen. In erster Linie bin ich dazu da, eines der Mädchen zu betreuen. Da fast alle Kinder im Rollstuhl sitzen, aber im Bus einfach nicht genug Platz ist für alle Rollstühle, muss sie auf der Rückbank sitzen. Damit sie einigermaßen ordentlich sitzt und nicht zur Seite fällt oder falls sie einen epileptischen Anfall bekommt, bin ich dann da. Die anderen beiden Kinder können in ihrem Rollstuhl sitzend mitfahren. Mit der Sicherheit ist das hier allerdings so eine Sache. Die Rollstühle werden mit normalen Anschnallgurten festgemacht. Richtig fest stehen sie dann aber nicht, sie rutschen immer leicht hin und her. Die Kinder, die das mit sich machen lassen müssen, können sich leider nicht beschweren und selbst wenn sie es könnten, gäbe es sowieso keine Alternative.

Nach der Bustour bin ich dann erstmal im Büro. Inzwischen habe ich einige kleinere oder größere Aufgaben. Manchmal mache ich dann so typische Praktikantenaufgaben, wie drucken oder irgendwelche Ordner sortieren (muss ja auch irgendwann mal erledigt werden). Aber ich habe auch schon Flyer gestaltet, bin mit zu einem Hausbesuch gewesen und habe dann daraus einen „Behandelplan“ erstellt.

Wenn ich im Büro nichts zu tun habe oder mich mal bewegen möchte, gehe ich auf die Gruppen und beschäftige mich mit einem der Kinder. Dabei geht es mir vor allem darum, einfach mal eine zeitlang mit ihnen zu interagieren und ihnen einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Viele Kinder sitzen oder liegen den ganzen Tag in ihrem Rollstuhl oder Sitzsack und sehen vor allem die Decke. Die Betreuer beschäftigen sich nur wenig mit den einzelnen Bewohnern. Also lege ich dann mal ein Kind in die Hängematte, mache Musik mit einer Spieluhr oder lasse sie unterschiedliche Gegenstände fühlen. Mit manchen mache ich auch Übungen der Physiotherapeutin.

Die Physiotherapeutin begleite nämlich ich immer mittwochs. Inzwischen weiß ich ein bisschen, wie sie arbeitet und bin dementsprechend nicht mehr komplett überfordert. Dadurch habe ich auch noch ein bisschen mehr Kontakt mit den Bewohnern. Das finde ich super, denn vom Büro aus bekommt man dann doch nicht so viel mit.

Mittags fahre ich dann wieder mit dem Bus mit, der die Kinder nach Hause bringt. Dann mache ich manchmal noch eine halbe Stunde was im Büro und dann gehe ich nach Hause. Nächste Woche werde ich von meiner jetzigen Wohnung in ein kleines Appartment an der Arbeit ziehen, dann wird mein Arbeitsweg noch kürzer.

Fotos von der Arbeit gibts hier leider keine, weil ich von den Bewohnern keine Fotos teilen möchte. Wer Fotos sehen möchte, kann die Facebookseite besuchen oder die Homepage, die tatsächlich seit gestern ein neues, übersichtliches Design hat. Allerdings sind die Fotos und Berichte dort nicht ganz aktuell.

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