Meeresschildkröten und Delfine

Von Februar bis April kommen in Surinam die Meeresschildkröten an den Strand und legen Eier. Insgesamt gibt es drei Strände, zu denen sie kommen. Zwei davon kann man mit Tourguides besuchen. Am häufigsten kommt\ hier die grüne Meereschschildkröte vor. Da diese nur im Dunkeln an den Strand kommt, sind die Touren immer abends.

Bevor wir aber, wieder mal mit einem Boot, zu dem Strand gefahren sind, konnten wir noch Delfine beobachten. Die Delfine sind wohl jeden Tag an dieser Stelle im Fluss, wo Commewijne und Suriname Fluss zusammenfließen. Leider haben wir keine Delfine springen gesehen, das kommt wohl nur sehr selten vor. Dafür haben wir ziemlich viele Tiere gesehen und einige haben auch mal den Kopf aus dem Wasser gestreckt.

Dann ging es weiter zum Strand, wo wir einen kleinen Spaziergang gemacht haben und dann zurück auf dem Boot das mitgebrachte Abendessen (wie immer gab es Reis mit Hähnchen…) verspeist haben. Der Guide hat uns noch einiges über Meeresschildkröten und zu den Regeln am Strand erzählt. Ich fand es sehr gut, dass anscheinend wirklich Wert darauf gelegt wird, gut mit den Schildkröten umzugehen und sie nur so wenig wie möglich zu stören. So gibt es zum Beispiel die Regel, das jede Gruppe nur einer Schildkröte beim Eierlegen zuschaut, auch wenn an dem Tag viele Schildkröten am Strand sein sollten.

Am Strand mussten wir immer zu dritt hintereinander hinter unserem Guide herlaufen. Dieser suchte nach Spuren von einer Schildkröte. Wie ich dann feststellte, kann man ganz einfach sehen, dass vor nicht allzu langer Zeite eine Schildkröte vorbeigekommen sein muss. Die rießigen Meeresschildkröten (bis zu 140cm groß lang) hinterlassen eine eindeutige Schleifspur auf dem Weg vom Meer an den Strand. Als wir die erste Spur gefunden hatten mussten wir warten und der Guide ging auf die Suche nach der Schildkröte. Das alles findet in ziemlicher Dunkelheit statt, denn Licht würde die Schildkröten verschrecken. Nach einger Zeit kam er zurück und sagte uns, dass die Schildkröte auf der Suche nach einem guten Legeplatz sei und das jetzt etwa 45 Minuten dauern würde. Also machten wir es uns im Strand bequem (es war übrigens ziemlich kalt und windig!). Irgendwann mussten wir noch ein bisschen weiterziehen, weil die Schildkröte sich weiterbewegt hatte. Die Schildkröte war aber mit keinem Platz so richtig zufrieden, sie hatte wohl so vier bis fünf Plätze ausprobiert, aber ist immer wieder weitergezogen. Also haben wir sie dann noch ans Wasser begleitet und kurz vorher das Rotlicht angemacht, damit wir zuschauen konnten, wie sie ins Wasser gegangen ist. Das war irgendwie beeindruckend, wie dieses große und schwere Tier im Wasser weggeschwommen ist.

Da der erste Versuch nichts geworden ist, sind wir am Strand weiter gegangen. Kurz danach haben wir noch eine tote Schildkröte gesehen, die einige Tage zuvor so am Strand gefunden wurde. Es war aber nicht bekannt, woran sie gestorben war. Ein Stück weiter kam dann die nächste Schleifspur und das ganze Prozedere ging wieder von vorne los. Als unser Guide diesmal zurück kam, hieß es aber, dass die Schildkröte gerade dabei sei das Loch für die Eier zu graben und es noch so zehn Minuten dauern würde. Es dauerte dann doch noch ein bisschen länger, aber irgendwann durften wir dann mit dem Guide zu der Schildkröte laufen und konnten zuschauen, wie sie Eier legt. Während dem Eierlegen sind die Schildkröten wie in Trance, sodass sie uns nicht wahrnehmen. Es wurde aber darauf geachtet, dass wir uns rechtzeitig wieder entfernen, damit die Schildkröte sich nicht entfernt und flüchtet ohne die Eier ordentlich zu bedecken.

Die Eier legte die Schildkröte in ein etwa 75cm tiefes Loch, das sie mit ihren Hinterflossen gebuddelt hat. Dabei muss sie darauf achten, dass das Loch so stabil ist, dass nicht während dem Eierlegen der Sand einbricht. Das hätte ich ja gerne noch beobachtet, wie sie das gemacht hat, denn das Loch sah ziemlich perfekt aus. Die Eier sind dann eins nach dem anderen in das Loch gefallen. Die Eier waren ungefähr so groß wie ein Golfball. Pro Loch werden ungefähr 100 Eier gelegt und pro Saison legt eine Schildkröte etwa vier bis fünf Mal Eier. Von den 100 Eiern schaffen es etwa 50 kleine Schildkröten nach dem Schlüpfen bis ins Meer. Bis eine Schildkröte geschlechtsreif ist (mit Mitte 20),  hat von den ursprünglich 100 Eiern durchschnittlich nur eine Schildkröte überlebt.

Die Schildkröten schlüpfen dann so im Mai/Juni aus den Eiern und laut Guide ist dann der ganze Strand voller kleiner Schildkröten. Also ich glaube, ich muss dann die Tour nochmal machen 🙂

Fotos gibt es leider kaum, denn ohne Blitz im Dunkeln Fotos machen ist schwer. Und Delfine sind leider zu schnell für die Auslösedauer meiner Kamera… Nur der Sonnenuntergang ist langsam und gerade noch hell genug für mich 😀

 

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2 Gedanken zu “Meeresschildkröten und Delfine

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