Avondvierdaagse oder das surinamsche Zeitmanagement

Die Niederländer haben doch einige Spuren hinterlassen hier in Surinam. Eine davon ist der Avondvierdaagse. Das ist ein viertägiges Wander-Event. Vier Abende hintereinander wird eine bestimmte Strecke gelaufen. Die Abstände können ganz unterschiedlich sein, die Niederländer laufen teilweise bis zu 50 Kilometern pro Tag. Hier wurde es etwas entspannter angegangen, die Strecken lagen zwischen 8 und 16 Kilometern. Ich bin mit einer Gruppe von meiner Arbeit mitgelaufen. Da wir nur am ersten und letzten Tag dabei waren, hatten wir glücklicherweise die beiden kürzesten Strecken von 8 und 10 Kilometern.

Keine Ahnung, wie das in den Niederlanden so abläuft, aber hier war es so, dass sowohl Gruppen als auch einzelne Personen teilnehmen konnten. Die Gruppen sind dann wie in einer Parade hintereinander gelaufen. Teilweise hatten sie Musikkappellen dabei und haben getanzt. Wir sind einfach nur in zwei Reihen gelaufen (das wurde Streng kontrolliert von unserer „Gruppenleitung“…) und haben mehr oder weniger kläglich versucht ein bisschen zu singen. Am letzten Abend hatten wir dann irgendeine Gemeinde hinter uns, die fleißig die kompletten zehn Kilometer gesungen hat. Da fiel es dann nicht mehr so auf, dass wir so leise waren.

Aber viel spannender ist eigentlich, dass sich anhand meiner Erlebnisse beim Avondvierdaagse ein bisschen meine Eindrücke der Menschen hier erzählen lassen:

Zeitmanagement: Es ist nicht so, wie man meinen sollte, dass einfach alle zu spät sind. Das wäre ja zu einfach. Am ersten Tag wurde uns von der Organisatorin unserer Gruppe gesagt, dass wir um zwei Uhr am Startpunkt sein sollten. Um vier Uhr sollte der Spaß erst losgehen. Wir waren sogar mehr oder wenig pünktlich da und mussten dann natürlich noch zwei Stunden warten… Das nächste Mal war dann die Absprache um halb drei an der Arbeit loszufahren. Los ging es dann um kurz vor drei, nach einer kurzen Parkplatzsuche waren wir um kurz nach drei da. Und plötzlich ging der Lauf um halb vier schon los. Da waren die Gruppen natürlich noch nicht vollständig, wodurch uns danach immer wieder Leute überholten, die noch zu ihrer Gruppe wollten. Einfach so ein großes Event eine halbe Stunde früher zu starten habe ich auch noch nicht erlebt.

Planung: Alles wird spontan erledigt und jeder macht, was er meint. So hatte sich dann auch am letzten Tag niemand überlegt, wo wir denn parken könnten, damit wir nach dem Lauf auch wieder gut mit dem Auto wegkommen, denn es war doch ganz schön was los. Wir waren immerhin Gruppe Nummer drei und dadurch früh fertig. Also standen wir im Endefekt mit dem Auto genau an der Laufstrecke. Die Straße war voller Menschen und sowieso alle abgehenden Straßen waren zugeparkt. Es ist ja nicht so, dass wir eine Liste gehabt hätten mit allen Straßen, durch die die Gruppen laufen würden. Aber da zeigte sich dann auch die Flexibilität, denn wenn es wenig Pläne gibt, muss man ja irgendwie anders reagieren. Erst wollten wir rückwärts aus der Straße fahren, aber eine Polizistin sagte uns, dass das nicht ginge. Wir durften aber vorwärts fahren. Zum Glück kam uns in dem Moment keine Gruppe entgegen, das wäre eng geworden. Wir mussten nur nach den Menschen schauen, die teilweise sehr nah rechts und links von uns standen.Wir sind dann noch direkt vor einer Bühne vorbei gefahren. Am Ende der Straße machte uns die Menschengruppe mehr oder weniger bereitwillig Platz und wir hatten Glück, dass eine der beiden Straßen nicht zugeparkt war. Sonst wäre das noch ein langer Abend geworden und das Auto hätte mitten auf der Strecke gestanden 😀

Achso, das ganze wurde übrigens organisiert von Fernandes, dem lokalen CocaCola Franchise. Daneben stellen sie noch super süße Limonade in giftigen Farben her, die wahrscheinlich nur aus Zucker und Farbstoff besteht. Ansonsten gibt es noch Fernandes Eis und Fernandes Brot. Und das Event stand natürlich unter dem Thema gesundes Leben und Bewegung und so. Zum Abschluss gabs für jeden Teilnehmer deshalb auch immer ein Eis!

Und zum Abschluss wieder ein paar Bilder:

 

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3 Gedanken zu “Avondvierdaagse oder das surinamsche Zeitmanagement

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