Kaum zu glauben, aber wahr

Heute ist der Tag, von dem ich schon fast nicht mehr geglaubt habe, dass er noch kommen würde: Ich habe endlich meine Aufenthaltsgenehmigung bekommen! Jetzt darf ich bis Ende Juli hier bleiben und zwischendurch einfach das Land verlassen und wieder einreisen. Bis hierher war es aber ein laaaaaanger Weg, an dem ihr jetzt, zumindest teilweise, teilhaben dürft 🙂

Grundsätzlich ist es so, dass man als Tourist einfach für 30 Tage nach Surinam einreisen darf und bei Bedarf kann man das Visum vor Ort auf 90 Tage verlängern lassen. Wenn man aber schon weiß, dass man länger als 90 Tage im Land bleiben möchte, muss man vorher eine besondere Genehmigung anfragen. Dafür braucht man eine ganze Menge Unterlagen.

Im Juli letztes Jahr habe ich also angefangen alle Unterlagen zusammen zu suchen. Die Unterlagen von der Gemeinde brauchten noch eine Apostille (internationale Beglaubigung), das hat Zeit und Geld gekostet. Besonders umständlich, nervig und teuer war, dass ich ein paar Unterlagen nicht auf Englisch bekommen konnte, und diese dann noch übersetzen lassen musste. Irgendwann Anfang Oktober hatte ich dann alles zusammen und habe es ans Konsulat in die Niederlande geschickt. Da ich nicht wusste, wie ich aus Deutschland einen frankierten Rückumschlag mitschicken soll, habe ich das einfach gelassen. Dadurch habe ich allerdings nie meine „aanvraagnummer“ bekommen und konnte nicht online überprüfen, ob alles gut gegangen ist.

Im Dezember wurde ich dann aber netterweise angerufen mit der Nachricht, dass meine Anfrage bestätigt wurde und ich jetzt das Einreisevisum beantragen darf. Richtig, denn nur ein Antrag reicht natürlich nicht. Also habe ich dann meinen Reisepass und ein Antragsformular nach Amsterdam geschickt. Die besondere Herausforderung war auch hier wieder der frankierte Rückumschlag. Meine Versuche einen frankierten Rückumschlag beizulegen sind alle gescheitert und das Ende vom Lied war, dass ich das Geld fürs Porto überweisen durfte (was laut Website absolut gar nicht mehr gehen würde) und meinen Pass und einige Unterlagen wenig später wieder zurück bekommen habe.

Mit dem Visum im Reisepass durfte ich dann also nach Surinam einreisen. Aber auch erstmal nur für 30 Tage. Dann musste ich das Visum verlängern lassen auf 90 Tage. Der nächste Schritt war dann das Einreichen der Unterlagen (übrigens exakt die gleichen Unterlagen, die ich vorher schon nach Amsterdam geschickt hatte) und das überweisen der Gebühr. Für die Unterlagen gibt es sogar ein Online-Portal, das erstaunlicherweise ziemlich gut funktioniert. Jedoch hab ich am Anfang alle Dokumente nur fotografiert, weil ich keinen Scanner hatte. Nach zwei Wochen bekam ich dann die Benachrichtigung, dass Fotos nicht akzeptiert werden und ich alle Dokumente scannen muss. Also habe ich wieder viel Geld (vor allem für die Verhältnisse hier vor Ort) im Copyshop gelassen. Einige Zeit später bekam ich wieder eine Mail, von Unterlagen die noch fehlten. Dabei war unter anderem ein Formular, von dem ich bisher weder gehört noch gesehen hatte. Außerdem wurde ich um eine Übersetzung meiner Geburtsurkunde gebeten. Da hatte die liebe Sachbearbeiterin meine INTERNATIONALE Geburtsurkunde aber nicht genau angeschaut…

Der Klops war dann aber, dass ich die Gebühr online überwiesen hatte und als Nachweis einen Screenshot eingereicht hatte. Das war an sich auch in Ordnung, aber da mein Online-Banking natürlich auf Deutsch ist, sollte ich auch hierfür eine Übersetzung einreichen 😀 Als ob Kontonummer und Betrag nicht auch so zuzuordnen wären. Zum Glück kam ich dann auf die Idee, bei der Bank nach einer englischsprachigen Bestätigung zu Fragen (denn so eine Übersetzung kostet schon schnell viel Geld). Die liebe Bank wollte das gegen eine kleine Gebühr von fünf Euro auch machen, allerdings war es unmöglich dieses Schreiben per Mail oder über das online-Postfach zu bekommen. Ein Fax wäre möglich gewesen, aber dann hätte ich ihnen vorher schriftlich bestätigen müssen, dass sie mir diese Info per Fax schicken dürfen. Da habe ich dann doch lieber den Brief genommen. Wäre auch alles schön und gut gewesen, wenn sie nicht ZWEI Wochen gebraucht hätten, um mir dieses Schreiben zu schicken. Als ich irgendwann dazwischen mal nachgefragt habe, hieß es, die Bestätigung sei zur Hälfte fertig… Das erkläre mir mal einer. Da hatte bestimmt gerade jemand Feierabend, als er die Hälfte des Briefs geschrieben hatte 😀 Als der Brief dann endlich kam, wurde er von meiner liebsten Scan-Beauftragten, meiner Mama, digitalisiert (ist auch deutlich günstiger als die Copyshops hier in Surinam). Also hatte ich ENDLICH alle Unterlagen komplett eingereicht.

Kurz danach kam dann auch schon die Mail, dass ich innerhalb von 60 Werktagen (also drei Monate!), einen Termin bekommen würde, um die original Dokumente vorzulegen. Dieser Termin kam dann aber doch unerwartet schnell, innerhalb von zwei Wochen. Dann konnte ich aber erst nicht, weil ich im Urlaub war (die Frage ob ich ohne Aufenthaltsgenehmigung überhaupt aus- und wieder einreisen darf, war ein ganz anderes Thema, aber das würde den Beitrag dann langsam sprengen). Heute bin ich dann also endlich los. Ich durfte an vier verschiedene Orte an ganz unterschiedlichen Stellen in der Stadt fahren, lange warten und mir überall einen Stempel abholen. Und jetzt ist das ganze Drama vorbei. Also fast. Ich habe nachgefragt, ob ich mich denn am Ende wieder abmelden muss, oder ob das automatisch passiert, weil die Aufenthaltsgenehmigung ja nur bis zu einem bestimmten Datum gültig ist. Auf diese Frage konnte mir allerdings niemand eine eindeutige Antwort geben, also werde ich es wohl einfach sein lassen.

Hut ab an alle, die es bis hierher geschafft haben! Falls ihr also auch mal nach Surinam kommen wollt, dann bleibt entweder nur 90 Tage oder so richtig lang, damit sich das ganze Drama auch lohnt. Denn das war ganz schön nervenaufreibend und ich will gar nicht erst wissen, wie viel Geld mich das gekostet hat.

Um jetzt aber den Beitrag ein bisschen positiv abzuschließen, hier schon mal ein Spoiler zu meinem nächsten Beitrag: Es gibt Erzählungen und vor allem Fotos aus meinem Kolumbienurlaub!

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